GAZETA WYBORCZA: Schrumpfender Sport
Einen Tag nach dem Ende der Olympischen Spiele in London schreibt die Tageszeitung Gazeta Wyborcza vom schrumpfenden polnischen Sport. Es sind bereits die dritten Olympiaspiele nacheinander bei denen die polnische Mannschaft 10 Medaillen gewonnen hat. Diese Zahl verfolge uns seit Jahren – die einen werden es als eine Niederlage betrachten, für die anderen werde es eine Stabilisierung bedeuten, noch andere werden es als einen Erfolg bezeichnen. Die Zeit für genauere Analysen kommt noch, sagte Chef des Polnischen Olympischen Verbandes Andrzej Kraśnicki nach der Abschlusszeremonie.
Schon jetzt sieht man aber, dass im Vergleich mit den vergangenen Olympiaspielen in Peking und in Athen der polnische Kader schlechter abgeschnitten hat. Die Zahl der goldenen und silbernen Medaillen war kleiner als vor vier und vor acht Jahren. Besonders groß ist die Kluft zwischen London und Peking. Bei den olympischen Spielen in China gab es dreimal Gold, sechsmal Silber und einmal Bronze für die polnischen Sportler. In diesem Jahr dagegen zwei goldene, zwei silberne und sechs bronzene Medaillen.
Zum letzten Mal hat die polnische Mannschaft so schlecht im Melbourne im Jahr 1956 abgeschnitten. Damals gelang den Polen nur eine Goldmedaille. In Australien kämpften aber nur 64. Sportler. Nach London hat Polen über 200 Athleten geschickt. Die Sportfunktionäre sprechen von einer dringenden Reform des polnischen Sports. Doch das selbe haben sie auch vor vier und vor acht Jahren gesagt, so Gazeta Wyborcza.
POLSKA/THE TIMES: Zu viele neunte Plätze
Das Thema des schwachen Auftritts der polnischen Sportler in London greift auch die Tageszeitung Polska/The Times im Gespräch mit dem Chef des Polnischen Leichtathletik-Verbandes Jerzy Skucha auf. Nach den Olympiaspielen in Peking habe er sich beschwert, es habe zu viel vierte Plätze für Polen gegeben. Diesmal habe es zu viele neunte Plätze für die Sportler aus Polen gegeben. Das tut weh, sagt Skucha.
Bis auf die zwei goldene Medaillen und die Staffel der Männer über 400 Meter, die den polnischen Rekord geschlagen hatte, habe kein Sportler sogar seine eigene Bestzeiten verbessert. Er habe viel mehr erwartet, umso mehr, dass die Wetterbedingungen alles andere als britisch gewesen waren. Das Wetter war gut, zum Teil sogar sehr gut und es habe nicht geregnet. Leider müsse er feststellen, dass es im polnischen Kader Sportler gab, die keinen Kampfgeist gezeigt hätten. Sie wollten einfach einen Auftritt bei den Olympischen Spielen abhacken, so der Chef des Polnischen Leichtathletik-Verbandes, Jerzy Skucha.
RZECZPOSPOLITA: Euronotruf 112 vorerst in sechs polnischen Städten
Die Bewohner von Gdańsk, Poznań, Wrocław, Olsztyn, Kraków und Kielce können schon ohne weiteres den Euronotruf 112 benutzen, berichtet die Tageszeitung Rzeczpospolita. Bis zum Jahresende soll die Nummer landesweit erreichbar sein. Eigentlich hat man die Einführung des Euronotrufs in Polen vor der Fußball-EM geplant, doch die Gemeinden haben es nicht geschafft. Nun holen sie die Verspätungen langsam auf, schreibt Rzeczpospolita.
Unter der Nummer 112 ist europaweit eine Leitstelle zu erreichen, die je nach Notfall die zuständigen Organisationen wie Polizei, Rettungsdienst oder Feuerwehr alarmiert. Die Leitstellen sollen in der Lage sein, Notrufe in verschiedenen Sprachen bearbeiten zu können.
Allein im zentralpolnischen Kielce gibt es um die 700 Anrufer pro Tag. Zur Zeit wird die Notrufnummer in der gesamten Wojewodschaft getestet. Somit wird die Wojewodschaft Świętokrzyskie wahrscheinlich die erste in Polen sein, in der die Nummer 112 zugänglich wird. Am längsten, denn schon seit dem Jahr 2009 funktioniert der Euronotruf in Krakau. Doch dem Netz sind neben der kleinpolnischen Metropole nur noch vier Gemeinden angeschlossen. Nun muss die gesamten Wojewodschaft in das System integriert werden, so Rzeczpospolita.
Autor: Kuba Kukla
Redaktion: Joachim Ciecierski